Die Entgeltstufe entscheidet zusammen mit der Entgeltgruppe darüber, wie hoch das Tabellenentgelt von Beschäftigten im öffentlichen Dienst ausfällt. Im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der kommunalen Arbeitgeber (TVöD-VKA) richtet sich die Stufe vor allem nach der einschlägigen Berufserfahrung und der Zeit, die Beschäftigte bereits in einer Stufe zurückgelegt haben.

Hier erfahren Sie, wie die Entgeltstufen aufgebaut sind, wann der nächste Stufenaufstieg erfolgt und welche Besonderheiten bei Berufserfahrung, Teilzeit, Höhergruppierung und längeren Unterbrechungen gelten. Ein eigener Abschnitt erklärt außerdem die Regelungen für schwerbehinderte Beschäftigte und Arbeitnehmer mit Behinderung.

Das Wichtigste zu den Entgeltstufen im TVöD-VKA

  • Die Entgeltgruppen 2 bis 15 umfassen grundsätzlich sechs Stufen.
  • Die regulären Stufenlaufzeiten betragen nacheinander ein, zwei, drei, vier und fünf Jahre.
  • Einschlägige Berufserfahrung kann zu einer höheren Stufenzuordnung bei der Einstellung führen.
  • Teilzeit verlängert die Stufenlaufzeit grundsätzlich nicht.
  • Eine Behinderung führt nicht automatisch zu einer höheren Entgeltstufe oder zu einem schnelleren Stufenaufstieg.

Stufenrechner: Wann erreiche ich die nächste Stufe?

Der Rechner zeigt Ihnen, wann Sie im TVöD voraussichtlich in die nächste Stufe aufsteigen. Grundlage sind die regulären Stufenlaufzeiten nach TVöD. Individuelle Abweichungen (z. B. Verkürzungen oder Unterbrechungen) werden nicht automatisch berücksichtigt.

TVöD Stufenaufstieg Rechner










Hinweis: Der Rechner dient zur Orientierung. Maßgeblich sind die individuellen Regelungen Ihres Arbeitsvertrags sowie der geltende TVöD.

Wie funktionieren die Entgeltstufen im TVöD-VKA?

Die Entgeltgruppe beschreibt die tarifliche Bewertung einer Tätigkeit. Die Stufe berücksichtigt vor allem die Berufserfahrung und die Zeit, die Beschäftigte in der jeweiligen Stufe zurückgelegt haben. Deshalb können zwei Personen in derselben Entgeltgruppe unterschiedlich hohe Tabellenentgelte erhalten.

Für die Entgeltgruppen 2 bis 15 sieht § 16 TVöD-VKA grundsätzlich sechs Stufen vor. Die Stufenlaufzeit bestimmt, wie lange Beschäftigte grundsätzlich in einer Stufe verbleiben, bevor der nächste Stufenaufstieg möglich ist.

Bisherige Stufe Stufenlaufzeit Nächste Stufe
Stufe 1 1 Jahr Stufe 2
Stufe 2 2 Jahre Stufe 3
Stufe 3 3 Jahre Stufe 4
Stufe 4 4 Jahre Stufe 5
Stufe 5 5 Jahre Stufe 6

Die Tabelle zeigt die regulären Stufenlaufzeiten. Ab Stufe 3 sind auch die leistungsbezogenen Bestimmungen des § 17 Abs. 2 TVöD-VKA zu beachten. Unterbrechungen, Höhergruppierungen und besondere tarifliche Regelungen können den Verlauf ebenfalls beeinflussen.

Wie lange dauert es von Stufe 1 bis Stufe 6?

Wer in Stufe 1 beginnt und die regulären Stufenlaufzeiten ohne relevante Unterbrechungen durchläuft, erreicht Stufe 6 nach insgesamt 15 Jahren.

Beschäftigungsdauer Stufe
Beginn des Arbeitsverhältnisses Stufe 1
Nach 1 Jahr Stufe 2
Nach 3 Jahren Stufe 3
Nach 6 Jahren Stufe 4
Nach 10 Jahren Stufe 5
Nach 15 Jahren Stufe 6

Sonderregelung für Entgeltgruppe 1

Die Entgeltgruppe 1 hat fünf statt sechs Stufen. Die Einstellung erfolgt in Stufe 2 als Eingangsstufe. Für den weiteren Stufenaufstieg gelten besondere Laufzeiten und tarifliche Regelungen.

Gibt es eine besondere Entgeltstufe für Menschen mit Schwerbehinderung?

Nein. Der TVöD-VKA sieht keine eigene Entgeltstufe allein aufgrund einer Schwerbehinderung vor. Die Stufe richtet sich weiterhin nach den tariflichen Voraussetzungen, insbesondere nach der einschlägigen Berufserfahrung und der zurückgelegten Stufenlaufzeit.

Auch ein Grad der Behinderung von 50 oder mehr bewirkt nicht automatisch eine Einstufung in Stufe 2, 3 oder eine höhere Stufe. Für die Zuordnung bei der Einstellung sind die Regelungen des § 16 TVöD-VKA maßgeblich.

Kann eine Behinderung bei der Stufenzuordnung berücksichtigt werden?

Die Behinderung als solche ist kein tariflicher Grund für eine höhere Stufenzuordnung. Wie bei anderen Beschäftigten kann jedoch die tatsächlich vorhandene einschlägige Berufserfahrung entscheidend sein. Dabei sind die konkreten beruflichen Tätigkeiten und die tariflichen Voraussetzungen zu betrachten.

Wenn ein Bewerber mit Behinderung über einschlägige Berufserfahrung verfügt, gelten für ihn grundsätzlich dieselben Regeln zur Anerkennung dieser Erfahrung. Eine behinderungsbedingte Unterbrechung des Berufslebens führt nicht automatisch zu einer höheren Stufe; der konkrete Sachverhalt muss anhand der tariflichen Vorschriften geprüft werden.

Was gilt, wenn eine Behinderung die berufliche Laufbahn unterbrochen hat?

Eine Erkrankung, eine Rehabilitationsmaßnahme oder eine längere Abwesenheit kann unterschiedliche tarifliche Folgen haben. Entscheidend ist nicht allein, ob eine Behinderung vorliegt, sondern welcher konkrete Unterbrechungsgrund gegeben ist und welche Regelungen des § 17 Abs. 3 TVöD-VKA darauf anwendbar sind.

Eine Arbeitsunfähigkeit während der Entgeltfortzahlung ist beispielsweise anders zu behandeln als eine längere unbezahlte Beurlaubung. Bei längeren Abwesenheiten sollte deshalb geprüft werden, ob die Zeit auf die Stufenlaufzeit angerechnet wird oder ob sie lediglich als unschädliche Unterbrechung gilt.

Welche Rechte haben schwerbehinderte Beschäftigte am Arbeitsplatz?

Unabhängig von der Entgeltstufe können schwerbehinderte Beschäftigte besondere Rechte haben. Dazu gehören nach Maßgabe der gesetzlichen Voraussetzungen unter anderem der Anspruch auf behinderungsgerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsorganisation sowie weitere Schutzvorschriften im Arbeitsverhältnis.

Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt von der konkreten Behinderung, der Tätigkeit und den betrieblichen Umständen ab. Informationen zu den gesetzlichen Grundlagen enthält das SGB IX. Der Schutz vor Benachteiligungen ist außerdem im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geregelt.

Beispiel: Schwerbehinderung und Stufenaufstieg

Ein schwerbehinderter Beschäftigter arbeitet in Entgeltgruppe 8, Stufe 3. Seine Schwerbehinderung führt weder automatisch zu einer Verkürzung noch zu einer Verlängerung der Stufenlaufzeit. Für den Stufenaufstieg sind die tariflichen Voraussetzungen maßgeblich. Ab Stufe 3 ist dabei auch § 17 Abs. 2 TVöD-VKA zu beachten.

Wichtig: Eine Benachteiligung wegen einer Behinderung ist rechtlich von einer tariflichen Stufenzuordnung zu unterscheiden. Wenn Beschäftigte vermuten, dass sie wegen ihrer Behinderung bei der Vergütung oder beruflichen Entwicklung benachteiligt werden, können sie sich an den Personalrat, die Schwerbehindertenvertretung oder eine arbeitsrechtliche Beratungsstelle wenden.

Was passiert bei einer Höhergruppierung?

Eine Höhergruppierung liegt vor, wenn Beschäftigte dauerhaft einer höheren Entgeltgruppe zugeordnet werden. Sie kann beispielsweise erfolgen, wenn sich die übertragenen Aufgaben ändern und die neue Tätigkeit tariflich höher zu bewerten ist.

Die Stufenzuordnung bei einer Höhergruppierung richtet sich nach § 17 Abs. 4 TVöD-VKA. Bei einer Höhergruppierung aus den Entgeltgruppen 2 bis 14 werden Beschäftigte grundsätzlich der gleichen Stufe zugeordnet, die sie in der bisherigen Entgeltgruppe erreicht haben, mindestens jedoch der Stufe 2. Die Stufenlaufzeit in der höheren Entgeltgruppe beginnt am Tag der Höhergruppierung neu.

Beispiel: Ein Beschäftigter wird von Entgeltgruppe 8, Stufe 4, dauerhaft in Entgeltgruppe 9a höhergruppiert. Im regulären Anwendungsfall erfolgt die Zuordnung zur Stufe 4 der höheren Entgeltgruppe. Die Laufzeit für den nächsten Stufenaufstieg beginnt mit dem Tag der Höhergruppierung neu.

Was gilt bei einer Herabgruppierung?

Bei einer Herabgruppierung wird die Zuordnung zur niedrigeren Entgeltgruppe nach den tariflichen Vorgaben vorgenommen. Nach § 17 Abs. 4 TVöD-VKA wird die erreichte Stufe grundsätzlich berücksichtigt; die in der bisherigen Stufe zurückgelegte Laufzeit wird nach den dort festgelegten Regeln angerechnet.

Die konkrete Berechnung hängt von der bisherigen und der neuen Entgeltgruppe sowie den Umständen der Änderung ab. Für Beschäftigte in Entgeltgruppe 1 gelten besondere Regelungen.

Kann sich der Stufenaufstieg durch die Leistung verändern?

Ja. § 17 Abs. 2 TVöD-VKA sieht vor, dass die Stufenlaufzeit in den Stufen 4 bis 6 bei erheblich überdurchschnittlichen Leistungen verkürzt werden kann. Bei erheblich unterdurchschnittlichen Leistungen kann sie verlängert werden.

Eine Verkürzung oder Verlängerung tritt nicht allein aufgrund einer allgemeinen Einschätzung ein. Die tariflichen Bedingungen und die einschlägigen Verfahrensregeln müssen beachtet werden. Eine Verlängerung der Stufenlaufzeit ist außerdem nicht mit dem Leistungsentgelt nach § 18 TVöD-VKA gleichzusetzen. Das Leistungsentgelt ist ein eigenständiges tarifliches Instrument.

Weitere Informationen zum TVöD

Die Stufenlaufzeit ist nur ein Teil der tariflichen Vergütung. Für die Einordnung und das Tabellenentgelt sind auch Entgeltgruppe, Tarifbereich und die geltende Entgelttabelle entscheidend.

Rechtlicher Hinweis: Diese Seite erläutert die allgemeinen Regeln zur Stufenentwicklung im TVöD-VKA. Maßgeblich sind die für das jeweilige Arbeitsverhältnis geltende Tarifvertragsfassung, die Entgeltgruppe und mögliche Sonderregelungen. Die Darstellung ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls.